Momente der Geschichte

Erleben Sie "Momente der Geschichte" mit zahlreichen Aussagen von Zeitzeugen! Starten Sie Ihre persönliche Zeitreise in unsere Vergangenheit.

Der Erste Weltkrieg

Am 28. Juni 1914 erschießt ein serbischer Nationalist das österreichische Thronfolgerpaar - mit fatalen Folgen.

Der Erste Weltkrieg
Im Juni 1914 erschießt ein serbischer Nationalist das österreichische Thronfolgerpaar. Die bosnischen Serben streben nach Unabhängigkeit vom Habsburgerreich - Österreich-Ungarn. Sie sind mit Russland verbündet. Juli 1914 beschießen österreichische Geschütze Belgrad. Kaiser Franz Josef erbittet bei seinem deutschen Verbündeten Beistand. Im August 1914 verkündet auch der deutsche Kaiser die Generalmobilmachung. Ein Weltkrieg um die Weltmacht beginnt - die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.

Trauma Stellungskrieg

An der Westfront entwickelt sich 1916 zwischen Deutschen und Franzosen ein blutiger "Stellungskrieg" in Nähe von Verdun.

Trauma Stellungskrieg
1916 hat sich der deutsche Angriff in Frankreich festgefahren, in einem verlustreichen Stellungskrieg. An der Maas versperren ihnen starke Verteidigungsanlagen den Weg nach Paris. Westlich von Metz sollen die deutschen Truppen nun den Abwehrriegel der Franzosen durchdringen - in Nähe von Verdun. Am 21. Februar 1916 beginnt die Schlacht mit einem Trommelfeuer. Tausende Artilleriegeschütze aller Kaliber schießen aufeinander. Verdun nennt man nun ‚Knochenmühle’.

Kaisersturz und Revolution

Als die Marineführung trotz Niederlage Kriegsschiffe einsetzen will, führt das zum Kieler Matrosenaufstand und einer Revolution.

Kaisersturz und Revolution
Als die kaiserliche Marineführung, trotz der schon feststehenden Kriegsniederlage Deutschlands, Kriegsschiffe gegen Großbritanniens Royal Navy schicken will, führt das zum Kieler Matrosenaufstand. Er entwickelt sich zu einer Revolution, die das ganze Reich erfasst. Am 9. November 1918 wird eine Republik ausgerufen, später das Deutsche Reich von einer konstitutionellen Monarchie in eine parlamentarisch-demokratische Republik umgewandelt. Kaiser Wilhelm II. dankt ab.

Der Vertrag von Versailles

1919 beschließen die Sieger des Ersten Weltkrieges einen Friedensvertrag. Deutschland wird die alleinige Schuld zugewiesen.

Der Vertrag von Versailles
1919 beschließen die Siegermächte des Ersten Weltkrieges in Versailles einen Friedensvertrag mit Deutschland. Deutschland muss Wiedergutmachung akzeptieren. Das Rheinland bleibt besetzt, Waffen, Rohstoffe und Güterzüge voller Waren werden abtransportiert. Ein Siebtel des deutschen Reiches wird abgetrennt: Elsaß-Lothringen, Posen, Westpreußen und Teile Schlesiens. Wegen der Zuweisung der alleinigen Kriegsschuld sehen viele Deutsche den Vertrag als "Schand-Frieden“ - mit fürchterlichen Folgen.

Gründung der Ersten Republik

Nach dem Kaisersturz ruft Phillipp Scheidemann am 9. November 1918 die Erste demokratische Republik aus.

Gründung der Ersten Republik
Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung dürfen erstmals auch Frauen wählen und gewählt werden. Parteien, die eine parlamentarische Republik wollen, erhalten eine Zweidrittelmehrheit. Die SPD wird zur stärksten Partei. Ihr Vorsitzender Friedrich Ebert wird der erste Präsident der Weimarer Republik. Im Februar 1919 beschließt die Nationalversammlung die so genannte Weimarer Verfassung. Die Regierung ist jetzt nicht mehr dem Kaiser, sondern dem Parlament verantwortlich.

Weimarer Republik - Die Bewährungsprobe

1923 droht der Weimarer Republik Staatsbankrott. Folgen des Versailler Vertrages sind spürbar.

Weimarer Republik - Die Bewährungsprobe
1923 droht der Weimarer Republik Staatsbankrott. Folgen des Versailler Vertrages sind spürbar. Berlin lässt Geld drucken, um Schulden zu bezahlen. Ersparnisse und Renten verlieren ihren Wert. Demagogen wie Adolf Hitler versuchen aus der Krise Kapital zu schlagen. Reichskanzler Stresemann gelingt aber mit einer neuen Währung die wirtschaftliche Erholung. Er findet mit den Siegermächten des Ersten Weltkriegs Verständigung und gilt heute als Retter der jungen Demokratie.

Die NS-Propaganda

14. September 1930: Die NSDAP steigert sich dank ihrer Propaganda von 2,6 auf 18,3 Prozent und wird zweitstärkste Partei.

Die NS-Propaganda
14. September 1930: Die NSDAP steigert sich von 2,6 auf 18,3 Prozent und wird bei der Reichstagswahl zweitstärkste Partei. Stimmengewinne gibt es auch für die KPD (13,1 Prozent). Wegen der Weltwirtschaftskrise ziehen ausländische Anleger aus den USA verstärkt Kapital ab, was die deutsche Wirtschaftskrise weiter verschärft. Die SPD (24,5 Prozent) entscheidet sich, die Tolerierung der Regierung Brüning fortzusetzen.

Abgesang der Ersten Republik

Im Wahlkampf kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen mit rund 300 Toten. Mit 37,4 Prozent wird die NSDAP stärkste Partei.

Abgesang der Ersten Republik
Trotz demagogischen Wahlkampfs der Nationalsozialisten zugunsten ihres Kandidaten Adolf Hitler wird Hindenburg als Kandidat der Zentrumspartei wiedergewählt. 1932 wird ein Präsidialkabinett unter Kanzler Franz von Papen eingesetzt. Im Wahlkampf kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen mit rund 300 Toten und über 1.100 Verletzten; die Reichstagswahl bringt weitere Zugewinne für die radikalen Parteien (KPD und NSDAP). Mit 37,4 Prozent wird die NSDAP stärkste Partei.

Hitler an der Macht

Mit inszenierten Bildern feiern die Nationalsozialisten die Legende ihrer Machtergreifung 1933.

Hitler an der Macht
Mit inszenierten Bildern feiern die Nationalsozialisten die Legende ihrer Machtergreifung 1933. Aber ihr Vormarsch war keineswegs unaufhaltsam. Anfang des Jahres schient der braune Spuk sogar fast verflogen. Doch trotz Wählerschwund gibt Hitler nicht auf.

Der Weg in die Diktatur

Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 bedeutet faktisch das Ende der Weimarer Republik.

Der Weg in die Diktatur
Im Februar 1933 brennt der Reichstag, angeblich ein Anschlag eines kommunistischen Arbeiters gegen die Machtergreifung Hitlers. Hitlers SA nutzt dies aus für die Jagd auf Kommunisten, Sozialdemokraten und andere "Staatsfeinde“. Die Wahlen nach Hitlers Machtübernahme finden im Klima der Einschüchterung statt. Die NSDAP erreicht knapp die absolute Mehrheit. Am 21. März 1933 tagt der neue Reichstag - kurz danach legt Hitler ein "Ermächtigungsgesetz“ vor, dem die Mehrheit der Abgeordneten zustimmt.

Frauen im NS-Reich

Treue, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft, dem Staat Kinder zu schenken - das ist die Losung für Mädchen und Frauen im NS-Reich.

Frauen im NS-Reich
Schön und nützlich: In Hitlers Männerreich ist die Rolle der Frau festgefügt: Treue, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft. Für Millionen ist die Mitgliedschaft im "Bund deutscher Mädel“, der weiblichen Hitlerjugend, obligatorisch. Kinder zu gebären ist die weibliche Bestimmung im Sinne der NS-Ideologie. Doch ab Sommer 1943 müssen immer mehr Frauen ihren Mann stehen - als Rüstungsarbeiterinnen oder Flakhelferinnen. Der Krieg macht Bräute zu Witwen, Mütter zu Trauernden, "Mädel“ zu Soldatinnen.

Ausgrenzung der Juden

Nach Hitlers Machtübernahme werden Juden diskriminiert, Rassengesetze erlassen. Viele wandern aus.

Ausgrenzung der Juden
Hitlers Reich in den 30er Jahren: Wer ausgegrenzt wird, wie die Juden, wird verachtet, entrechtet, verfolgt. Es beginnt mit dem Boykott jüdischer Geschäfte und mündet in offene Gewalt.

Die Hitler-Jugend und der BDM

Im Mittelpunkt der Jugendorganisationen der Nazis stehen Rassenlehre, Befehl und Gehorsam sowie Disziplin und Selbstaufopferung.

Die Hitler-Jugend und der BDM
Im März 1922 wird der "Jugendbund der NSDAP“ als erste offizielle Jugendorganisation der Partei in München gegründet. Mit dem Verbot der NSDAP nach dem Hitlerputsch löst sich der Jugendbund zunächst auf, wird aber 1926 als "Großdeutsche Jugendbewegung“ (GDJB), später "Hitlerjugend" wiederbegründet. 1936 wird für Mädchen die Mitgliedschaft im Bund Deutscher Mädel (BDM) Pflicht.

Olympia im NS-Reich

1936 wird Olympia für Hitler ein Propaganda-Triumph mit Herrenmenschen-Ästhetik.

Olympia im NS-Reich
1936 in Berlin: Olympia im Zeichen des Hakenkreuzes. Für die Zeit der Spiele gibt das nationalsozialistische Regime sich weltoffen. Man erwartet Siege von den deutschen Athlethen. Eine Leistungsschau für Hitlers Reich. Auch mit modernster Technik will das Regime imponieren. Es gibt die erste Olympia-Liveübertragung in der Pionierzeit des Fernsehens. Allein in Berlin gab es 25 Fernsehstuben, Vorläufer des “Public Viewing” heute.

Die "Hindenburg"-Katastrophe

Der Zeppelin LZ 129 "Hindenburg" wird am 6. Mai 1937 bei einer Landung zerstört.

Die "Hindenburg"-Katastrophe
Die Hindenburg ist das größte aller Luftschiffe. 36 Passagiere nimmt es im Mai 1937 an Bord. Die luxuriöse und bequeme Art in die USA zu reisen, kostet tausend Reichsmark für die einfache Fahrt. Das Luftschiff erreicht die Skyline von Manhattan am 6. Mai 1937. Stunden später explodiert das Luftschiff bei der Landung in Lakehurst. Es ist das größte Inferno der Luftfahrt. 200.000 Kubikmeter Wasserstoff haben sich entzündet, womöglich durch Funkenbildung nach einer statischen Aufladung.

Die Pogromnacht - 9. November

Am 9. November 1938 kommt es zu Gewaltexzessen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

Die Pogromnacht - 9. November
Am 7. November 1938 erschießt ein polnischer Jude einen deutschen Diplomaten in Paris - weil seiner Familie die Deportation droht. Ein willkommener Vorwand für die Nazis zum Losschlagen. Die Nacht des 9. November wird zur "Pogromnacht“ Die Nazis setzen in hunderten von Orten Synagogen in Brand. Symbole und Zeugnisse jüdischer Kultur werden zerstört. Über 400 Juden werden erschlagen, erschossen oder in den Selbstmord getrieben. Die Pogromnacht wird zum Fanal für das drohende Schicksal der Juden in Deutschland.

Beginn des Zweiten Weltkriegs

Der Zweite Weltkrieg beginnt mit Luftangriffen auf Polen. Polnische Kavallerie kämpft mit dem Mut der Verzweifelung gegen Panzer.

Beginn des Zweiten Weltkriegs
In Europa beginnt der Krieg im September 1939 mit den Angriffen des Deutschen Reiches und der Sowjetunion auf Polen, nachdem kurz zuvor im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt für beide Staaten die Interessengebiete für militärische Expansionen (Polenfeldzug beziehungsweise Winterkrieg in Finnland) abgesteckt worden waren.

Der SS-Terror

Bedingungslos folgen die Schutz-Staffeln (SS) und ihr Führer Heinrich Himmler Hitlers Willen, vollstrecken seine Befehle.

Der SS-Terror
Bedingungslos folgen die Schutz-Staffeln (SS) und ihr Führer Heinrich Himmler Hitlers Willen, vollstrecken seine Befehle. Die Organisation soll die Elite des NS-Regimes bilden und jeden, der zum Feind erklärt wird, bekämpfen und vernichten. Sie verfügt über ein Netz von Konzentrationslagern, angebliche Staats- und Volksfeinde werden zu Hunderttausenden interniert. Im Sommer 1941 beginnt der systematische Massenmord an den Juden. Die SS wird zum Synonym für die systematische Vernichtung von Menschen.

Widerstand gegen Hitler

Der Expansionsdrang und die Diktatur Hitlers führt zu vielen Attentatsversuchen - auch am 9. November 1939.

Widerstand gegen Hitler
1939. Die Wehrmacht überfällt Polen. Am 9. November, dem Gedenktag zum missglückten Putsch von 1923, lässt sich der NS-Diktator Hitler in München feiern. Um 21.20 Uhr detoniert eine Zeitbombe. Acht Besucher sterben, nur Hitler hat den Saal zuvor außerplanmäßig früh verlassen. Georg Elser, der Attentäter und ein kunstfertiger Handwerker, hat allein gehandelt. Insgesamt scheitern rund 40 Versuche, Hitler zu töten. Im KZ Dachau stirbt Elser - kurz vor Ende des Krieges, den er verhindern wollte.

Der Krieg gegen Frankreich

Im Mai 1940 beginnt Hitler den Krieg gegen Frankreich, Belgien und Holland. Britische Truppen geraten in Bedrängnis.

Der Krieg gegen Frankreich
Am 10. Mai 1940 greift Hitlers Wehrmacht Frankreich und die neutralen Länder Belgien und Holland an. Sie treibt britische Truppen, die mit den Franzosen verbündet sind, vor sich her. Überraschend befiehlt der Diktator, den Vormarsch zu stoppen. Die britischen Truppen gewinnen wertvolle Zeit. Im Juni 1940 werden in Dünkirchen mehr als 300.000 britische Soldaten mit Schiffen über den Kanal in die Heimat gebracht. Frankreich kapituliert, es beginnt eine demütigende Besatzungszeit.

Beginn des Bombenkrieges

Ein Krieg, der auch aus der Luft entschieden wird. Zuerst bombadiert die deutsche Luftwaffe, Briten und Amerikaner reagieren mit Angriffen.

Beginn des Bombenkrieges
1943 einigen sich US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premier Winston Churchill auf eine gemeinsame Strategie. Tagsüber fliegen die Amerikaner Präzisionsangriffe auf Ölraffinerien, Rüstungsbetriebe und Verkehrswege. Nachts greifen die Briten Arbeitersiedlungen und Innenstädte der deutschen Metropolen an. Im Juli 1943 trifft es Hamburg. Danach steht die Altstadt Dresdens in Flammen. Der von Hitler entfesselte Krieg schlägt zurück.

Angriff auf die Sowjetunion

Am 22. Juni 1941 überfällt die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Das Unternehmen "Barbarossa" rollt an.

Angriff auf die Sowjetunion
Am 22. Juni 1941 überfällt die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Das Unternehmen "Barbarossa“ rollt an. Auf einer Breite von 1600 Kilometern kämpfen über dreieinhalb Millionen deutsche und verbündete Soldaten, unterstützt von Artillerie, Luftwaffe und Panzern. Offiziell gilt zwischen beiden Diktaturen ein Nichtangriffspakt. Die Wehrmacht besetzt die Ukraine, Weißrussland und das Baltikum. In Kesselschlachten haben die Verteidiger große Verluste - ein Vernichtungskrieg, jenseits des Völkerrechts.

Zwangsarbeit

Zwischen 1939 und 1945 arbeiten mehr als 12 Millionen Frauen und Männer aus allen Teilen Europas im Deutschen Reich als Zwangsarbeiter.

Zwangsarbeit
Durch Verordnungen und Vertragsbedingungen in ihren Rechten beschnitten, mit falschen Versprechungen getäuscht, in Baracken und Lagern bei vielfach ungenügender Ernährung untergebracht und an der Rückkehr in ihre Heimat gehindert, arbeiten zwischen 1939 und 1945 mehr als 12 Millionen Frauen und Männer aus allen Teilen Europas im Deutschen Reich. Als Menschenmaterial für die Rüstungsindustrie, der Landwirtschaft und in Versorgungsbetrieben missbraucht, werden sie zu Zwangsarbeitern der Deutschen.

Die Weiße Rose

"Die Weiße Rose" ist 1942 und 1943 eine Münchener Widerstandsvereinigung gegen Hitler um die Geschwister Scholl.

Die Weiße Rose
1942 wird in München die christlich motivierte Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" gegen das Nazi-Regime gegründet. Zu ihren profiliertesten Mitgliedern zählen die Geschwister Hans und Sophie Scholl - Studenten an der Münchner Universität, die später für das Verbreiten von Flugblättern hingerichtet werden.

Niederlage in Stalingrad

Die Vernichtung der deutschen 6. Armee in Stalingrad gilt als Wendepunkt des deutsch-sowjetischen Krieges.

Niederlage in Stalingrad
Mitte September 1942 rücken deutsche Soldaten in Stalingrad ein. Viele glauben, der Gegner sei fast schon besiegt und es gehe nur noch darum, den letzten Widerstand zu brechen. Doch der Sowjetdiktator will die Stadt mit seinem Namen unbedingt verteidigen und lässt Stalingrad zur Festung ausbauen. Dieser gewaltigen Übermacht haben die Deutschen wenig entgegen zu setzen. Im November 1942 werden die Truppen der 6. Armee eingekesselt. Knapp 300.000 deutsche und mit ihnen verbündete Soldaten sind nun in Stalingrad eingeschlossen. Am 2. Februar 1943 kapituliert die 6. Armee - gegen den Willen Hitlers.

Kriegsgefangene

Bis Kriegsende geraten drei Millionen deutsche Soldaten in sowjetische Gefangenschaft, über fünf Millionen sind es auf sowjetischer Seite.

Kriegsgefangene
Bis Kriegsende geraten im Osten über drei Millionen deutsche Soldaten in Gefangenschaft. Eingepfercht in Güterwaggons werden sie bis nach Sibirien über das sowjetische Reich verteilt. In der Heimat erfährt niemand, wohin die Kriegsgefangenen gebracht werden. Mehr als fünfeinhalb Millionen sowjetische Soldaten geraten bis Kriegsende in deutsche Gefangenschaft. Über zwei Drittel der Soldaten von ihnen sterben an Krankheiten, Erschöpfung oder Hunger.

Goebbels fordert den "Totalen Krieg"

Goebbels ruft am 1943 im Sportpalast zum "totalen Krieg" auf.

Goebbels fordert den "Totalen Krieg"
Als Sportpalastrede wird die Rede bezeichnet, die der nationalsozialistische deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast hält und in der er zum "Totalen Krieg“ aufruft. Die rund 109 Minuten dauernde Rede gilt als ein Paradebeispiel der Rhetorik und der NS-Propaganda. Goebbels versucht, die Deutschen aus dem Stimmungstief zu holen und sie davon zu überzeugen, trotz der bereits deutlich absehbaren Niederlage den Zweiten Weltkrieg weiterzuführen.

Wege nach Auschwitz

Das KZ Auschwitz-Birkenau ist während der Nazi-Zeit das größte deutsche Vernichtungslager und wird zum Symbol für den Holocaust.

Wege nach Auschwitz
Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ist das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es gilt als das Symbol für den Holocaust. Von mehr als 5,6 Millionen ermordeten Menschen wurden etwa 1,1 Millionen, darunter eine Million Juden, in Birkenau getötet. Etwa 900.000 der Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft erschossen oder in den Gaskammern ermordet.

Der Alltag des Bombenkrieges

Churchill befiehlt, durch Flächenbombardements die Moral der deutschen Zivilbevölkerung zu brechen.

Der Alltag des Bombenkrieges
Immer verheerender werden die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs. Warschau wird 1939 zur Kapitulation gebombt. Ab September 1940 trifft es London. England soll zur Aufgabe gezwungen werden. Der größte deutsche Luftangriff außerhalb Londons gilt der mittelenglischen Stadt Coventry. Bis Mai 1941 verlieren 42.000 Briten durch deutsche Bomben ihr Leben. Churchill befiehlt, durch Flächenbombardements die Moral der deutschen Zivilbevölkerung zu brechen. Der Bombenkrieg wird bald zum Alltag.

Entscheidung im Westen

In der Normandie erwartet niemand eine Landung. Am 6. Juni 1944 beginnt hier die allierte Invasion zur Befreiung Europas.

Entscheidung im Westen
Am 6. Juni 1944, dem so genannte D-Day, landen die Alliierten unter schweren Verlusten in der Normandie. Bereits am späten Vorabend Tages der Invasion starten die ersten US-Flugzeuge und setzen Fallschirmjäger hinter den feindlichen Linien ab. Ebenfalls in der Nacht zum 6. Juni fliegt die Royal Air Force Ablenkungsangriffe an anderer Stelle. Die Befreiung Europas aus den Händen der Nazis beginnt.

Attentat auf Hitler - Der 20. Juli

Mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg planen Adel, Wehrmacht und Verwaltung ein Bombenattentat auf Hitler.

Attentat auf Hitler - Der 20. Juli
Mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg planen Adel, Wehrmacht und Verwaltung ein Bombenattentat auf Hitler. Doch der Diktator überlebt, weil Stauffenberg die Bombe falsch platzierte.

Das letzte Aufgebot: Der "Volkssturm"

1944 ordnet Hitler an, dass alle Männer von 16 bis 60 Jahren ihre Heimat verteidigen sollen: der "Volkssturm".

Das letzte Aufgebot: Der "Volkssturm"
Der Deutsche Volkssturm ist ein militärischer Verband im Deutschen Reich, der nach einem von der NSDAP ausgehenden propagandistischen Aufruf an alle "waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“ gebildet wird, um den "Heimatboden“ des Deutschen Reiches zu verteidigen. Der Volkssturm wird nur notdürftig ausgerüstet und ausgebildet, weshalb die militärische Wirkung eher gering ist. Insgesamt hat der Volkssturm hohe Verluste zu verzeichnen.

Die Befreiung der Todeslager

Die menschenverachtende Brutalität des NS-Regimes in den Lagern - nur wenige überleben sie und sind gezeichnet.

Die Befreiung der Todeslager
Das KZ Buchenwald im April 1945: Nur wenige der Häftlinge in Hitlers Konzentrationslagern erleben den Tag der Befreiung. Das ganze Ausmaß der NS-Verbrechen offenbart sich den Siegern erst nach und nach. "Davon haben wir nichts gewusst“ - das hören die Sieger von den meisten Deutschen. Doch anonyme Umfragen ergeben später ein anderes Bild. Rund ein Drittel der Befragten gibt an, schon während der NS-Zeit vom Judenmord gewusst zu haben. Im Lauf der Zeit wächst die Anzahl der anonymen Eingeständnisse auf 40 Prozent.

Durchhaltewahn

Der Krieg ist verloren - anstelle militärischer Strategie treten ideologische Weisungen, die zum Ausharren zwingen.

Durchhaltewahn
Am 18. Februar 1943 proklamiert Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den "totalen Krieg". Unter dem Eindruck der Katastrophe von Stalingrad appelliert er in einer frenetischen und von den Anwesenden ekstatisch bejubelten Rede im Berliner Sportpalast an den Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung. Einen Monat zuvor hatte Adolf Hitler die totale Mobilisierung sämtlicher personeller und materieller Ressourcen für den angestrebten "Endsieg" angeordnet.

Flucht und Vertreibung

Als die Rote Armee 1945 die Ostfront durchbricht, begeben sich Hunderttausende auf die Flucht.

Flucht und Vertreibung
Als die Rote Armee 1945 die Ostfront durchbricht, begeben sich Hunderttausende auf die Flucht.

Der Untergang der Gustloff

Die größte Katastrophe der Seefahrt: 1945 sinkt der Flüchtlingsdampfer mit etwa 10.300 Menschen an Bord.

Der Untergang der Gustloff
Nach dem Durchbruch der Roten Armee an der Ostfront sind viele Bewohner Ostpreußens vom übrigen Reichsgebiet abgeschnitten. Im Unternehmen Hannibal sollen sie mit verfügbaren Schiffen evakuiert werden. Auch die Wilhelm Gustloff, ein Passagierschiff der nationalsozialistischen Organisation Kraft durch Freude, soll sich beteiligen. Am 30. Januar 1945 sinkt es nach Torpedotreffern eines sowjetischen U-Bootes. Etwa 9.000 Opfer fordert eine der größten Katastrophen in der Seefahrtsgeschichte.

Das Ende in Berlin

Sowjetische Truppen erobern Berlin unter enormen Verlusten für beide Seiten. Hitler verübt Selbstmord.

Das Ende in Berlin
Berlin im April 1945. Vor der zerstörten Stadt stehen eine Million sowjetische Soldaten. Doch manche Verteidiger glauben noch immer an ein Wunder. Die Verluste sind enorm: 80.000 Tote auf sowjetischer, 106.000 auf deutscher Seite. Hitler begeht am 30. April gemeinsam mit seiner langjährigen Gefährtin Eva Braun, die er am Tag zuvor noch heiratet, Selbstmord. Eine Woche nach Hitlers Tod ist der Krieg zu Ende.

Niederlage und Befreiung

Am 8.Mai 1945 unterzeichnet die Wehrmachtsführung die bedingungslose Kapitulation.

Niederlage und Befreiung
Der 8. Mai ist als Tag der Befreiung in verschiedenen europäischen Ländern ein Gedenktag, an dem der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und damit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa gedacht wird. In der DDR wird er als Tag der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus bezeichnet und ist von 1950 bis 1966 und im Jahr 1985 gesetzlicher Feiertag.

Leben in den Trümmern

Millionen von Vertriebenen und Flüchtigen suchen nach Kriegsende Unterkunft in zerbombten Städten.

Leben in den Trümmern
Millionen von Vertriebenen und Flüchtigen suchen nach Kriegsende Unterkunft in zerbombten Städten.

Die Potsdamer Konferenz

1945 tagt im Schloss Cecilienhof bei Potsdam die Gipfelkonferenz der Allierten (außer Frankreich).

Die Potsdamer Konferenz
In Potsdam kommen Juli 1945 die mächtigsten Männer der Welt zusammen: der sowjetische Diktator Stalin, US-Präsident Truman und der britische Premier Churchill. Sie entscheiden über die Zukunft Deutschlands und Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Demokratie soll entstehen. Die Siegermächte gestalten ihre Besatzungszonen in Deutschland nach eigenem Ermessen. Aus den Westzonen der Amerikaner, Briten und Franzosen wird später die Bundesrepublik, aus der sowjetisch besetzten Zone die DDR.

Nürnberger Prozesse

1945 bis 1949 wird nationalsozialistischen Hauptkriegsverbrechern in Nürnberg der Prozess gemacht.

Nürnberger Prozesse
Nürnberg ist Schauplatz eines internationalen Tribunals gegen die Verbrechen des NS-Regimes. 23 Hauptangeklagten aus Partei, Wirtschaft und Militär wird der Prozess gemacht. Der Hauptvorwurf: Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nach fast einem Jahr fallen die Urteile: Für Hermann Göring, General Keitel und zehn weitere Angeklagte Tod durch den Strang. Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess erhält Lebenslänglich, Albert Speer 20 Jahre Haft. Göring entzieht sich dem Schuldspruch durch Selbstmord.

D-Mark - Währungsreform

Am 20. Juni 1948 wird in den Westzonen die alte, fast wertlose Reichsmark durch die Deutsche Mark ersetzt.

D-Mark - Währungsreform
Am 20. Juni 1948 wird in den Westzonen die alte, fast wertlose Reichsmark durch die Deutsche Mark ersetzt. Die Bevölkerung, die von der wertlosen Reichsmark längst auf Tauschgeschäfte auf dem Schwarzmarkt umgestiegen ist, weiß von den Plänen einer neuen Währung nichts - bis sie per Rundfunkmeldung drei Tage vor Einführung der D-Mark informiert wird.

Berlin-Blockade

Auf die Währungsreform 1948 in den Westzonen reagiert die Sowjetunion mit der Blockade Berlins.

Berlin-Blockade
Vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 blockiert die Sowjetunion West-Berlin, das mitten in der Sowjetischen Besatzungszone liegt. Die Blockade ist eine Reaktion auf die Währungsreform in den Westzonen. Die Westallierten versorgen West-Berlin durch die Berliner Luftbrücke. Es werden 2,34 Millionen Tonnen Fracht eingeflogen. Bürgermeister Ernst Reuters Rede „Ihr Völker der Welt … Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass Ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft …“ wird weltweit beachtet.

Luftbrücke - Die "Rosinenbomber"

Die Allierten versorgen per Luftbrücke das blockierte West-Berlin; Kinder nennen die Frachtflugzeuge "Rosinenbomber".

Luftbrücke - Die "Rosinenbomber"
Um Kindern eine Freude zu machen, werfen amerikanische Flugzeugbesatzungen Süßigkeiten an selbstgebastelten Fallschirmen im Landeanflug auf Berlin ab. Daher leitet sich der Name "Rosinenbomber“ für die Flugzeuge der Alliierten ab, die zur Zeit der Berliner Luftbrücke West-Berlin mit Waren versorgen. In den USA werden sie analog als "Candy bomber“ oder "Raisin bombers“bezeichnet. Die Idee zu den Paketen wird heute dem Piloten Gail Halvorsen zugerechnet.

Gründung der Bundesrepublik

Im Mai 1949 verabschiedet der Parlamentarische Rat das "Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland".

Gründung der Bundesrepublik
Im Juli 1948 werden die Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszonen einbestellt: Ein westdeutscher Staat soll gegründet werden, denn über die Zukunft Ostdeutschlands entscheidet die Sowjetunion. Später tritt im Bonner Museum Koenig der so genannte Parlamentarische Rat zusammen. Provisorisch wird die Pädagogische Akademie in Bonn Sitz des künftigen Bundestags. Die Gründungsfeier am 23. Mai 1949 ist eher bescheiden, doch nach Unterzeichnung des Bonner Grundgesetztes.entsteht ein neuer Staat.

Die Gründung der DDR

Der "gewählte" 3. Volkskongress setzt den 2. Deutschen Volksrat ein. Dieser setzt die Verfassung der DDR in Kraft.

Die Gründung der DDR
Der "gewählte" 3. Volkskongress setzt den 2. Deutschen Volksrat ein. Dieser setzt die Verfassung der DDR in Kraft.

Adenauer und der Westen

Bundeskanzler Adenauer hat Deutschland fest im Westbündnis verankert und will die Wiederbewaffnung.

Adenauer und der Westen
Bundeskanzler Adenauer hat Deutschland fest im Westbündnis verankert. Er ist davon überzeugt, dass nur ein starker, geeinter Westen die UdSSR eines Tages dazu bewegen kann, die DDR preiszugeben. Daher will er die Wiederbewaffnung Deutschlands, um die auf der Straße und im Bonner Bundestag hart gerungen wird. In einer Rede bringt Adenauer seine Gedanken zum Ausdruck: "Wir haben die Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit. Wir wählen die Freiheit."

Neue Heimat - Die Vertriebenen

Millionen Flüchtlinge aus dem Osten suchen Nahrung und eine Bleibe im Westen - willkommen sind sie nicht.

Neue Heimat - Die Vertriebenen
Millionen Flüchtlinge aus dem Osten suchen Nahrung und eine Bleibe im Westen - willkommen sind sie nicht.

Die Ära Ulbricht

Walter Ulbricht ist ab 1950 der mächtigste Mann der DDR - auch mit stalinistischen Wahl- und Wirtschaftsmethoden.

Die Ära Ulbricht
Walter Ulbricht organisiert nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst die Neugründung der KPD, wird 1950 dann der mächtigste Mann der DDR. Seine Position ist nach dem Tod Josef Stalins zwar stark gefährdet, da er als Stalinist gilt. Der Volksaufstand des 17. Juni 1953 hält ihn jedoch an der Macht, da seine Absetzung von der Sowjetunion als Ausdruck politischer Schwäche erachtet wurde.

Volksaufstand in der DDR - Der 17. Juni

Am 17. Juni 1953 protestiert das Volk gegen Arbeitsnormen und das Regime der DDR.

Volksaufstand in der DDR - Der 17. Juni
17. Juni 1953: Massenprotest in Ost-Berlin gegen das Regime der DDR. "Kollegen, reiht euch ein, wir wollen freie Menschen sein“, lautet eine Parole. Der Protest wird zum Volksaufstand. Denn seit seiner Gründung 1949 hat sich der ostdeutsche Staat zum Ziel gesetzt, den Sozialismus aufzubauen. Aber die Lebensbedingungen verschlechtern sich. Immer mehr DDR-Bürger fliehen in den Westen. Als das SED-Politbüro die Arbeitsnormen erhöht, nicht aber die Löhne, kommt es zu ersten Protesten. Aus dem Arbeiterprotest wird ein Volksaufstand, aus der friedlichen Demonstration eine Revolte, die das Regime infrage stellt. Das Regierungsviertel wird abgeriegelt, auch von russischem Militär. Deren Panzer begegnen die Demonstranten mit Steinwürfen. Der ungleiche Kampf fordert über 100 Tote.

Die Rolle der Frau in Ost und West

Die Frau im Westen dient der Familie zuhause; in der DDR sind Frauen für den wirtschaftlichen Aufbau tätig.

Die Rolle der Frau in Ost und West
Deutschland Anfang der 50er Jahre: Die Städte sind wieder aufgebaut, im Westen boomt die Wirtschaft. Doch nicht überall gibt es Fortschritt. Im Verhältnis der Geschlechter dominieren die alten Rollenbilder.

Das Wunder von Bern

1954 gewinnt die bundesdeutsche Nationalmannschaft in der Schweiz die Fußball-WM mit einem 3:2 gegen Ungarn.

Das Wunder von Bern
1954 gewinnt die bundesdeutsche Nationalmannschaft in der Schweiz die Fußball-WM mit einem 3:2 gegen Ungarn. Die Spieler um Kapitän Fritz Walter und Trainer Sepp Herberger gehen als "Die Helden von Bern" in die deutsche Sportgeschichte ein und lassen ein ganzes Volk vorübergehend die Entbehrungen und Depressionen der Nachkriegszeit vergessen.

Das Wirtschaftswunder

In den 50er Jahren erreicht die Bundesrepublik "das Wirtschaftswunder", die DDR hat Planwirtschaft.

Das Wirtschaftswunder
Mit der Währungsreform von 1948 und der neuen Währung D-Mark beginnt das Wirtschaftswunder. Der Export steigt an, qualifizierte Übersiedler kommen aus der DDR. Der Marshallplan gewährt Kredite, die Investitionsbereitschaft wächst.

Die Deutschen im Sozialismus

In der DDR soll Planwirtschaft den Wiederaufbau beschleunigen - Schwerindustrie statt Lebensstandard.

Die Deutschen im Sozialismus
Planwirtschaft - das heißt für DDR-Bürger Verstaatlichung von Produktionsmitteln und Firmen, zentrale Steuerung des Wirtschaftsprozesses, Festlegung von Preisen und Löhnen. Der Großteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche befindet sich in genossenschaftlichem Besitz, wobei die Landwirtschaft aber genauso der staatlichen Planung untersteht. Der von der Staatlichen Plankommission (SPK) ausgearbeitete "Erste Fünfjahrplan" wird am 17. August 1950 von der Regierung der DDR verabschiedet.

Die Heimkehr der Zehntausend

Bundeskanzler Adenauer verhandelt in Moskau die Heimkehr zehntausender von Kriegsgefangenen.

Die Heimkehr der Zehntausend
Die Frage nach dem Schicksal der Gefangenen gehört zu den drängendsten Problemen der deutschen Öffentlichkeit der Nachkriegsjahre. Ein besonders emotionales Thema ist damals die "Heimkehr der Zehntausend" aus sowjetischer Gefangenschaft. Im September 1955 reist Adenauer zu einem Staatsbesuch in die Sowjetunion. Am 12. September einigt man sich über die 10.000 Kriegsgefangenen und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Gegenzug.

Die Gewerkschaften in West und Ost

West-Gewerkschaften werden mächtiger - im Osten müssen sie sich in das System einfügen.

Die Gewerkschaften in West und Ost
Der DGB wird am 12. Oktober 1949 in München gegründet. Vorläufer des DGB ist der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB). In der DDR gibt es den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund. Die Gewerkschaften sind hauptsächlich aus der europäischen Arbeiterbewegung hervorgegangen. Sie setzen sich seit ihrem Bestehen für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Mitbestimmung, Arbeitszeitverkürzungen und auch für weitergehende Gesellschaftsveränderung ein.

Rock'n'Roll und Lipsi

Lipsi ist ein Propaganda-Tanz, gefördert von der Kulturkommission beim Politbüro des Zentralkomitees der SED.

Rock
Der Lipsi ist ein Modetanz, der 1959 in der DDR als Konkurrenz zum amerikanischen Rock'n'Roll etabliert werden soll. Er steht im 6/4-Takt. Der Lipsi wird trotz seines einfachen Grundschrittes nicht populär, da er als konventioneller Paartanz nicht den Geschmack des jugendlichen Tanzpublikums trifft. Er verschwindet deshalb innerhalb weniger Jahre wieder.

Wiederbewaffnung in West und Ost

Die Verschärfung des Ost-West-Konflikts führt zur Gründung von Bundeswehr und NVA.

Wiederbewaffnung in West und Ost
Die Verschärfung des Ost-West-Konflikts durch den Korea-Krieg führt in der Bundesrepublik trotz kontroverser Diskussion wegen des noch nicht lang zurückliegenden Zweiten Weltkriegs zum Eintritt in die Europäische Verteidigungsgemeinschaft und der NATO. 1955 werden die ersten Soldaten der Bundeswehr vereidigt, 1956 entsteht in der DDR die Nationale Volksarmee (NVA).

Mielke und die Stasi

Ab 1957 ist Erich Mielke Minister für Staatssicherheit der DDR.

Mielke und die Stasi
1950 gegründet, ist das Ministerium für Staatssicherheit der Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR. Die SED nutzt den Dienst, der kurz "MfS" oder auch "Stasi" genannt wird, vor allem zur Unterdrückung und Überwachung der DDR-Bevölkerung. Erich Mielke ist Minister für Staatssicherheit von November 1957 bis November 1989.

Die Pille und die sexuelle Revolution

Die Einführung der Pille 1961 - zunächst für kinderreiche Ehefrauen - ermöglicht "die sexuelle Revolution".

Die Pille und die sexuelle Revolution
Am 1. Juni 1961 führt der Berliner Pharmakonzern Schering die Antibabypille unter dem namen "Anovlar" - was so viel bedeutet wie "kein Eisprung“ - erstmals in Deutschland ein. Niemand rechnet damit, dass die Pille das Leben der Frauen so weit reichend beeinflussen würde. Anfangs kommt die hormonelle Verhütung kaum zum Einsatz. Doch mit dem politischen Aufbruch der späten 60er Jahre setzt sich die Pille durch.

Fluchtversuche

An der innerdeutschen Grenze sterben viele Menschen bei Fluchtversuchen in den Westen.

Fluchtversuche
Seit dem 13. August 1961 teilt eine Mauer Berlin. Die Grenze trennt Freunde und ganze Familien in Deutschland Ost und West. Die DDR-Führung verpflichtet Grenzsoldaten auf Flüchtende zu schießen, die sich nicht festnehmen lassen. Viele Fluchtvorhaben scheitern. In DDR-Gefängnissen werden Hunderte von Menschen eingesperrt, die der Diktatur entkommen wollen. Allein 136 DDR-Bürger sterben beim Versuch über die Berliner Mauer in die Freiheit zu gelangen.

Der Bau der Mauer

Der Mauerbau in Berlin 1961 zementiert die Teilung Deutschlands - die Westmächte üben Zurückhaltung.

Der Bau der Mauer
Von 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer fliehen etwa 3,5 Millionen Menschen aus der sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR beziehungsweise Ost-Berlin. Diese Abwanderung bedroht die Wirtschaftskraft der DDR. Die Mauer wird auf Geheiß der SED-Führung unter Überwachung durch Volkspolizisten und Soldaten der Nationalen Volksarmee von Bauarbeitern errichtet – entgegen den Beteuerungen des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht, auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin am 15. Juni 1961.

Die Hamburger Sturmflut

Bei der Sturmflut von 1962 an den Unterläufen von Elbe und Weser sterben 340 Menschen.

Die Hamburger Sturmflut
Bei der Sturmflut von 1962 an den Unterläufen von Elbe und Weser sterben 340 Menschen. Besonders betroffen sind Hamburg und Bremen. Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt koordiniert damals als Innensenator die Rettungsmaßnahmen und fordert auch unbefugt militärische Hilfe dafür an.

Countdown zum Dritten Weltkrieg

Die Kuba-Krise: Generalsekretär Chruschtschow stationiert Nuklearraketen im sozialistischen Bruderland Kuba.

Countdown zum Dritten Weltkrieg
Generalsekretär Chruschtschow stationiert Nuklearraketen im sozialistischen Bruderland Kuba. Sie könnten die USA in wenigen Minuten erreichen. US-Präsident Kennedy kündigt eine Seeblockade an und droht, wenn sowjetische Schiffe mit Raketen an Bord nicht abdrehen und der Aufbau von Atomwaffen nicht gestoppt würde, seien die USA auf jeden Gegenschlag vorbereitet. Chruschtschow ordnet den Abzug der Atomraketen aus Kuba an. Kennedy lässt dafür amerikanische Jupiter-Raketen in der Türkei abbauen.

"Ich bin ein Berliner" - JFK in Berlin

John F. Kennedy besucht 1963 die geteilte Stadt und bringt in seiner Rede Solidarität mit den Berlinern zum Ausdruck.

"Ich bin ein Berliner" - JFK in Berlin
"Ich bin ein Berliner“ ist wohl das berühmteste Zitat aus einer Rede des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Er besuchte am 26. Juni 1963 das Rathaus Schöneberg in Berlin, anlässlich des 15. Jahrestags der Berliner Luftbrücke und nach dem Mauerbau. Mit der Rede wollte er seine Solidarität mit der Bevölkerung von West-Berlin ausdrücken und wurde dafür euphorisch bejubelt.

Deutsch-französische Freundschaft

Adenauer und de Gaulle - zwei Staatsmänner, die 1963 nichts mehr von Erbfeindschaft wissen wollen.

Deutsch-französische Freundschaft
1963: Adenauer und de Gaulle - zwei Staatsmänner, die nichts mehr von Erbfeindschaft wissen wollen. Während de Gaulle vor allem Sicherheit vor Deutschland anstrebt, will Adenauer die Versöhnung.

Das Wunder von Lengede

Die Rettung von elf verschütteten Bergbauarbeitern 1963 geht als das "Wunder von Lengede" in die Geschichte ein.

Das Wunder von Lengede
Das Grubenunglück von Lengede ereignet sich am 24. Oktober 1963 in der Eisenerzgrube Lengede-Broistedt bei Salzgitter. Die kaum noch für möglich gehaltene Rettung von elf verschütteten Bergleuten soll als "Wunder von Lengede" in die Geschichte eingehen. Von 129 Männern, die sich zur Zeit des Unglücks unter Tage befinden, kommen 29 ums Leben.

Der Auschwitz-Prozess

1965: Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer klagt im größten Prozess der Nachkriegszeit 20 Kriegsverbrecher an.

Der Auschwitz-Prozess
1963 beginnt in Frankfurt am Main der größte Strafprozess der Nachkriegszeit. 359 Zeugen aus 19 Nationen bringen die Realität der Todesfabrik ans Licht. Die 20 Angeklagten weisen jede Schuld von sich, hätten nur auf Weisung gehandelt. 19. August 1965 verkündet das Gericht sein Urteil. Drei Freisprüche, elf Haftstrafen zwischen drei und14 Jahren. Sechs der Täter müssen lebenslänglich hinter Gitter. Ein Meilenstein für die historische Aufklärung der Vergangenheit.

Große Koalition und APO

Studenten organisieren sich als "außerparlamentarische Opposition" gegen die Regierung von Christ- und Sozialdemokraten.

Große Koalition und APO
1966 bilden Christ- und Sozialdemokraten die erste Große Koalition - ein Kabinett mit ehemaligen Kommunisten wie Herbert Wehner und früheren NSDAP-Mitgliedern wie Kanzler Kurt-Georg Kiesinger. Das polarisiert. Studenten protestieren gegen Vietnam-Krieg und Kiesingers Regierung. Sie nennen sich Außerparlamentarische Opposition - APO, weil es im Parlament kein Gegengewicht mehr gebe. Beim Staatsbesuch des diktatorischen Schahs von Persien Juni ’67 stirbt ein Student - das löst eine Revolte aus.

Die 68er Revolte

1968 demonstriert die Jugend gegen Notstandsgesetze und Vietnamkrieg. Rudi Dutschke wird angeschossen.

Die 68er Revolte
Als 68er-Bewegung werden meist Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen bezeichnet, die seit Mitte der 1960er-Jahre aktiv waren. Zunächst studentisch geprägt, weitet sich der Protest an der Politik der "Großen Koalition“ aus. Die 68er fordern grundsätzliche gesellschaftliche Veränderungen in einem sozialistisch-revolutionären Sinn. Neue Formen des Zusammenlebens werden ausprobiert, wie neue Formen des Protests und der politischen Aktion.

Der Wettlauf ins All

Den Wettlauf ins All mit den USA gewinnt zunächst die Sowjetunion mit Sputnik und Kosmonauten.

Der Wettlauf ins All
Von Cape Canaveral in Florida aus startet Apollo 11 am 16. Juli 1969 zur ersten bemannten Landung auf dem Mond. Die USA wollen den Wettlauf mit der Sowjetunion für sich entscheiden, Denn seit 1957 hat die Sowjetunion den ersten Satelliten Sputnik ins All gebracht und auch das erste Lebewesen - die Hündin Laika. Der Russe Juri Gagarin folgt April 1961 als erster Mensch im Kosmos. Sein Raumschiff umrundet die Erde. Aber 1969 erreichen Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin den Mond.

Willy Brandt in Erfurt

Als erster Bundeskanzler reist Brandt 1970 in die DDR - "Wandel durch Annäherung" ist das Motto.

Willy Brandt in Erfurt
Willy Brandt will auch die Beziehung beider deutscher Staaten verbessern. Als erster Bundeskanzler reist er 1970 in die DDR, für einen "Wandel durch Annäherung“ auf dem langen Weg zur deutschen Einheit. Brandts Ziel sind zunächst menschliche Erleichterungen im innerdeutschen Verhältnis. Tausende kommen nach Erfurt, obwohl die DDR-Behörden einen Teil der Stadt abgeriegelt haben. Auf eine solche Begeisterung für den Gast aus der Bundesrepublik sind Volkspolizei und Staatssicherheit nicht eingestellt. Brandt wird euphorisch bejubelt.

Der Kniefall von Warschau

Bundeskanzler Willy Brandt erkennt die polnische Nachkriegsgrenze an und bittet um Vergebung.

Der Kniefall von Warschau
Warschau, Dezember 1970. 25 Jahre nach Kriegsende ist Bundeskanzler Willy Brandt in das Land gereist, das deutsche Truppen einst überfielen. Im Warschauer Vertrag erkennt er erstmals die polnische Nachkriegsgrenze politisch an. Ein wichtiger Schritt zur Aussöhnung mit Polen. Im Anschluss besucht Brandt das Denkmal für den jüdischen Ghetto-Aufstand gegen die damaligen deutschen Besatzer. Überraschend macht Brandt eine Geste der Demut - der Kniefall des Kanzlers überzeugt die Umstehenden mehr als jede Ansprache und geht als Foto um die Welt.

Honecker an der Macht

1971 bis 1989 ist Erich Honecker Erster Sekretär und dann Generalsekretär des Zentralkomitees der SED.

Honecker an der Macht
1971 bis 1989 ist Erich Honecker Erster Sekretär und dann Generalsekretär des Zentralkomitees der SED. Dieser ist zugleich Vorsitzender des Politbüros. Mitglieder des ZK stehen über den Ministern und sind ihnen gegenüber weisungsbefugt. Honecker ist Organisator des Baus der Berliner Mauer 1961. Zu seinen größten Erfolgen gehört die Anerkennung der DDR als Vollmitglied der UNO.

Die wilden 70er - Mehr Demokratie wagen

1972 will Willy Brandt "mehr Demokratie wagen", doch die Forderungen der 68er sind noch nicht verklungen.

Die wilden 70er - Mehr Demokratie wagen
In seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 sagt Bundeskanzler Willy Brandt: "Wir wollen mehr Demokratie wagen!" Eine Botschaft, die zu einem der Markenzeichen seiner sozial-liberalen Koalition wurde. Konservative Politiker befürchteten die Folgen einer Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, während linksliberale Kreise einen Aufbruch zu neuen Ufern erhofften.

Olympia in München - Das Geiseldrama

Terroristen nehmen 1972 in München israelische Athleten als Geiseln. Beim Befreiungsversuch werden alle Geiseln getötet.

Olympia in München - Das Geiseldrama
Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September überfallen 1972 die israelische Olympiamannschaft im Olympischen Dorf von München. Sie nehmen elf Geiseln und fordern von Israel die Freilassung von 232 palästinensischen Gefangenen. Die Geiselbefreiung endet in einem Fiasko und dem Tod aller Geiseln.

Biermann und die Opposition in der DDR

Der Liedermacher Wolf Biermann wird bei einer Konzertreise in den Westen 1976 von der SED ausgebürgert.

Biermann und die Opposition in der DDR
Im Herbst 1976 erhält Wolf Biermann eine Einladung der westdeutschen IG Metall zu einer Konzertreise in die Bundesrepublik. Die DDR-Behörden stimmen zu. Am 13. November 1976 singt er in Köln. Dann erreicht ihn die Nachricht seiner Ausbürgerung. Ein Wendepunkt für die DDR: Hoffnungen auf einen "demokratischen“ Sozialismus erweisen sich für viele als Illusion. Biermanns Lebensgefährtin Eva-Maria Hagen und ihrer Tochter Nina folgen zahlreiche Schauspieler, Schriftsteller und Sänger in den Westen.

Emanzipation der Frau

Die Frauen reagieren auf die 68er-Revolte, wollen Selbstbestimmung und Chancengleichheit und keinen Paragraf 218.

Emanzipation der Frau
Emanzipation - ein Prozess der Befreiung aus Abhängigkeit und Unmündigkeit sowie der Verwirklichung der Selbstbestimmung - ist ein zentrales Ziel demokratischer Gesellschaften. Frauen fühlen sich in der Nachkriegsgesellschaft unterprivilegiert und kämpfen immer offensiver um politische, wirtschaftliche und sexuelle Gleichberechtigung.

Der Herbst des Terrors

RAF-Mitglieder und ihre Sympathisanten versuchen, ihre inhaftierten Anführer freizupressen - mit brutalen Mitteln.

Der Herbst des Terrors
Die Bundesrepublik der 1970er Jahre: Andreas Baader und andere bekämpfen den Staat, den sie "faschistisch" nennen, mit allen Mitteln. Im Juni 1972 wird der harte Kern der RAF verhaftet. Die Befreiung der "politischen Gefangenen" wird Ziel des Terrors .1977 erreicht er seinen blutigen Höhepunkt: Mit der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer und einer Lufthansa-Maschine sollen RAF-Häftlinge freigepresst werden.

Die Entführung der "Landshut"

Im Oktober 1977 entführen Palästinenser eine Lufthansa-Maschine, um inhaftierte RAF-Terroristen freizupressen.

Die Entführung der "Landshut"
Am 13. Oktober 1977 entführt ein palästinensisches Terrorkommando die "Landshut", eine Boeing 737-200 der Lufthansa, über Rom und Dubai nach Mogadischu. Die Entführer fordern elf in Deutschland inhaftierte RAF-Terroristen freizulassen und erschießen den Flugkapitän. Einem GSG-9-Kommando gelingt am 18. Oktober 1977 die erfolgreiche Befreiung aller Geiseln. Die Geiselbefreiung gilt als Anlass für die so genannte Todesnacht von Stammheim, die die Ermordung Hanns Martin Schleyers zur Folge hat.

Mit allen Mitteln: Flucht in den Westen

Bei ihren Versuchen in den Westen "rüberzumachen" entwickeln DDR-Bürger ungeahnte Kreativität.

Mit allen Mitteln: Flucht in den Westen
Seit den 1960er-Jahren wird die deutsch-deutsche Grenze durch die DDR immer stärker ausgebaut, um die Massenflucht in den Westen zu unterbinden. Republikflucht ist eine Straftat. Für die Zahl der Opfer der innerdeutschen Grenze gibt es unterschiedliche Angaben.

Der NATO-Doppelbeschluss

Der Beschluss kündigt dem Warschauer Pakt Verhandlungen an, aber auch das Aufstellen neuer Raketen in Europa.

Der NATO-Doppelbeschluss
Der NATO-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979 bietet einerseits dem Warschauer Pakt Verhandlungen über die beidseitige Begrenzung sowjetischer und US-amerikanischer atomarer Mittelstreckenraketen an, französische und ein Teil der britischen Atomraketen nicht inbegriffen. Andererseits kündigt er die Nachrüstung und Aufstellung einer neuen Generation US-amerikanischer Raketen und Marschflugkörper in Westeuropa an. Nach dem Scheitern der Verhandlungen werden die Raketen 1983 aufgestellt.

Die Grünen im Bundestag

Die Partei der Grünen zieht im März 1983 zum ersten Mal in den Deutschen Bundestag ein.

Die Grünen im Bundestag
Die Partei der Grünen zieht im März 1983 zum ersten Mal in den Deutschen Bundestag ein. Nur knapp hat die junge Öko-Partei die Fünf-Prozent-Hürde genommen. Den Einzug ins Parlament gestaltet die "Antiparteien-Partei“, wie Gründungsmitglied Petra Kelly sie nannte, als Happening. Die 28 frisch gewählten Abgeordneten ziehen mit einem gefällten Baum von der Frankfurter Startbahn West, einer abgestorbenen Schwarzwald-Tanne und einem Globus in Form eines riesigen Gummiballs durch das Bonner Regierungsviertel und demonstrierten so, wofür sie zuallererst standen: für Umweltschutz und Anti-Atom-Politik, für die Dritte Welt und den Frieden.

Helmut Kohl und Europa

Helmut Kohl vertieft die europäische Einigung, und mit Francois Mitterand gelingt eine Geste der Versöhnung.

Helmut Kohl und Europa
Neben der europäischen Einigung sieht Helmut Kohl die deutsche Wiedervereinigung als wichtiges Ziel an. Da er den Prozess der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1989/1990 entscheidend mitgestaltet, gilt er heute als "Kanzler der Einheit".

Tschernobyl und die Folgen

26. April 1986: Bei einem Test im Kernkraftwerk Tschernobyl kommt es zur Kernschmelze.

Tschernobyl und die Folgen
Die Katastrophe von Tschernobyl ereignet sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Bei einer Simulation eines vollständigen Stromausfalls kommt es nach Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg, der zur Explosion des Reaktors führt. Als erstes Ereignis wird der GAU auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als katastrophaler Unfall eingeordnet.

Hoffnungsträger Gorbatschow

Ab März 1985 will der neue Kremlchef Michail Gorbatschow will die Sowjetunion grundlegend reformieren.

Hoffnungsträger Gorbatschow
Seit März 1985 weht in Moskau ein neuer politischer Wind. Kremlchef Michail Gorbatschow will die Sowjetunion grundlegend reformieren. Auch außenpolitisch beginnt mit ihm eine neue Ära - der Entspannung und Abrüstung, mit dem Ziel, den Kalten Krieg zu beenden. Gorbatschow erlaubt auch Reformen in den anderen sozialistischen Staaten Europas und bringt damit die DDR-Führung in Bedrängnis. Mit der Lösung der deutschen Frage in Einheit endet der Kalte Krieg.

Ungarn öffnet seine Grenze

Ab April 1989 beginnt Ungarn, den Grenzzaun nach Österreich abzubauen. Die UdSSR zieht ihre Truppen ab.

Ungarn öffnet seine Grenze
Ab April 1989 beginnt Ungarn, den Grenzzaun nach Österreich abzubauen. Die UdSSR zieht ihre Truppen ab. Am 19. August, bei einem "Paneuropäischen Picknick" nahe Sopron, flüchten 800 DDR-Urlauber nach Österreich. Am 10. September 1989 wird offiziell verkündet, Ungarn lasse alle DDR-Bürger gen Westen ausreisen. Die Regierungen in Ost-Berlin, Tschechien und Rumänien protestieren. Die Massenfluchten begünstigen im Spätherbst den Fall des SED-Regimes.

"Wir sind das Volk" - Leipzig im Oktober

9.Oktober 1989 - Armee und Betriebskampfgruppen stehen Bürgern gegenüber, die montäglich für mehr Freiheit demonstrieren.

"Wir sind das Volk" - Leipzig im Oktober
Mit dem Ruf "Wir sind das Volk“ melden sich 1989 Hunderttausende DDR-Bürger zu Wort und protestieren gegen die politischen Verhältnisse des Staates. Sie fordern das Ende der SED-Herrschaft und eine friedliche, demokratische Neuordnung. Die Montagsdemonstrationen ab 4. September 1989 sind bedeutender Bestandteil der friedlichen Revolution in der DDR . Sie beginnen in Leipzig, organisiert von Pfarrern und Bürgerrechtlern und finden bald landesweit regelmäßig statt.

Die Botschaft von Prag

Im August 1989 suchen viele DDR-Bürger Zuflucht in der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.

Die Botschaft von Prag
Im August 1989 suchen viele DDR-Bürger Zuflucht in der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. Tausende besetzen das Gelände, worauf die DDR-Behörden einlenken und ab 30. September insgesamt 17.000 ihrer Bürger die Ausreise in die Bundesrepublik erlauben. Am 3. November erlauben die ČSSR-Behörden den DDR-Bürgern die unreglementierte Ausreise in den Westen, was als eine der wichtigsten Vorstufen zum Fall der Berliner Mauer gilt.

Mauerfall - Der 9. November

Am 9. November 1989 wird am Grenzübergang Bornholmer Straße Geschichte geschrieben.

Mauerfall - Der 9. November
Am 9. November 1989 wird am Grenzübergang Bornholmer Straße Geschichte geschrieben. Die Grenzsoldaten sind noch nicht über das neue Reiserecht informiert, als die Bürger schon in Scharen zu den Grenzübergänge strömen. Als der Druck zu groß wird, geben die Soldaten nach und öffnen die Übergänge.

Die Grenze ist offen

9. November 1989: Die entscheidende Pressekonferenz mit Günter Schabowski zum Thema Ausreise

Die Grenze ist offen
Am Abend des 9. November 1989 verliest Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros der SED, in Ostberlin auf einer Pressekonferenz die Nachricht, dass "Privatreisen nach dem Ausland ohne Vorliegen von Voraussetzungen" stattfinden können und dafür Visa erteilt werden. Kurz danach versammeln sich erste DDR-Bürger am Grenzübergang Bornholmer Straße und fordern "Tor auf". Ab 22.30 Uhr werden die Grenzen geöffnet.

Die ersten freien Wahlen in der DDR

Im März 1990 dürfen die Bürger der DDR zum ersten Mal ihre Regierung frei wählen.

Die ersten freien Wahlen in der DDR
Wenige Tage nach dem Mauerfall: Die friedliche Revolution geht weiter; die DDR-Bürger fordern freie Wahlen - und mehr. Der Ausruf "Wir sind ein Volk!" wird zum Schlagwort für die Wiedervereinigung. Doch zunächst sollen die DDR-Bürger im März 1990 erstmals ihre Regierung frei Wählen dürfen.

Die D-Mark kommt

Am 1. Juli 1990 wird die D-Mark offizielles Zahlungsmittel in der DDR.

Die D-Mark kommt
Am 1. Juli 1990 wird die D-Mark offizielles Zahlungsmittel in der DDR. Bis 1998 blieb sie als Buchgeld, bis zum 31.12.2001 noch als Bargeld Währung der Bundesrepublik Deutschland.

Die Deutsche Einheit

Am 3. Oktober 1990, Punkt Mitternacht, enden vier Jahrzehnte deutscher Teilung.

Die Deutsche Einheit
Am 3. Oktober 1990, Punkt Mitternacht, enden vier Jahrzehnte deutscher Teilung - ein Moment, der ein Jahr zuvor noch unvorstellbar war, bis am 9. November 1989 die Mauer fiel. Das SED-Regime hielt dem Druck nicht mehr stand. Es ist der Höhepunkt der friedlichen Revolution in der DDR.

Bonn oder Berlin - Die Hauptstadtfrage

1991, im ersten Jahr der Einheit, führt die Hauptstadtfrage zu leidenschaftlichen Debatten.

Bonn oder Berlin - Die Hauptstadtfrage
1991, im ersten Jahr der Einheit, führt die Hauptstadtfrage zu leidenschaftlichen Debatten. Konrad Adenauer, katholischer Rheinländer, setzt Bonn als Hauptstadt gegen Frankfurt durch. Die Zweite Republik mausert sich in den folgenden 40 Jahren zur ersten stabilen Demokratie auf deutschem Boden. Sechs Bundeskanzler regieren hier, auch nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Doch mit der Einheit stellt sich die Hauptstadtfrage neu. Mit der Wahl für Berlin am 20.06.1991 werden Zeichen gesetzt.

Der 11. September

Am 11. September 2001 verüben Terroristen der Al-Kaida mit Passagierflugzeugen Anschläge auf Ziele in den USA.

Der 11. September
11. September 2001: Ein Terror-Angriff auf New York und Washington verändert die Welt. Im Auftrag der Terror-Organisation Al-Kaida fliegen Selbstmordattentäter eine Passagiermaschine ins Pentagon und zwei weitere in das World Trade Center. Die einstürzenden Türme begraben Hunderte. Fast 3.000 Menschen sterben während oder an den Folgen des Anschlags. Aus den Monumenten der westlichen Finanzwelt werden Mahnmale des Terrors. Ein viertes, ebenfalls entführtes Flugzeug, das vermutlich ins Kapitol gesteuert werden sollte, erreicht sein Ziel nicht und stürzt auf unbewohntes Gebiet ab.

Zahlen mit dem Euro

Am 1. Januar 2002 löst in Deutschland der Euro die D-Mark als gesetzliches Zahlungsmittel ab.

Zahlen mit dem Euro
Ende der 1970er Jahre beginnt die Vorgeschichte des Euro im Schloss Rambouillet am Rande der Wirtschaftsgipfel. Der deutsche Kanzler Helmut Schmidt und der französische Präsident Valery Giscard d’Estaing suchen nach einer europäischen Antwort auf den US-Dollar. Der so genannte Ecu ist noch keine Währung, doch er dient als Verrechnungseinheit für den internationalen Zahlungsverkehr. Die Wiedervereinigung der Deutschen 1990 beschleunigt die Einführung des Euro im Januar 2002.

Ein Deutscher wird Papst

Am 19.April 2005 wird Joseph Kardinal Ratzinger zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt.

Ein Deutscher wird Papst
Bei der Wahlversammlung der Kardinäle am 19.April 2005 wird Joseph Kardinal Ratzinger zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt. Er wählt den Namen Benedikt XVI. Die Bezeichnung "Papa Ratzi“ wird dagegen im allgemeinen liebevoll gebraucht. Ein Boulevardblatt titelte "Wir sind Papst!“.

Die "Weltmeister der Herzen"

Bei der WM 2006 im eigenen Land zeigt sich Deutschland von seiner schönsten Seite.

Die "Weltmeister der Herzen"
Im Sommer 2006 verändert die Fußball-WM in Deutschland das Bild eines Landes. 32 Nationen kämpfen um den Weltmeister-Titel. Ihre Fans feiern derweil miteinander: Hunderttausende sind zu Gast in Deutschland.
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Projektleitung: Karin Müller, Frank Baloch

Redaktion Online: Andreas Ruben

Redaktion Filme: Stefan Brauburger

Schnitt: Armin Riegel

Produktion Filme: halbtotal film

Grafische Betreuung ZDF: Thomas Dewald, Florian Eberstaller

Technische Betreuung ZDF: Jörg Broszeit, Rolf Zimmermann

Produktionsleitung ZDF: Florian Gerhartz

Zeitzeugen-Interviews mit freundlicher Unterstützung des Vereins
Gedächtnis der Nation e.V.

Eine Produktion der Moccu GmbH & Co. KG

Im Auftrag des ZDF
© ZDF 2011

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